Fragen an die RØDE-Rocker Navicula

26th Oct 2012
news
Seit Ihrem Gewinn des ersten internationalen “RØDE Rocks” Bandwettbewerbs jagen die Rocker der Band Navicula aus Bali von einem Gig zum nächsten. Nach ihrem ersten Nordamerika-Konzert beim “Le Festival Envol et Macadam” in Kanada düsten sie auf die Insel Borneo, wo sie mehrere Konzerte bestritten.
Vor wenigen Tagen wurde auch ihre Teilnahme am prestigeträchtigen Sydney-Festival bestätigt, wo die Band am 10. Januar als einer der Top-Acts in der Manning Bar spielen wird.
Robi, der Anführer und Gitarrist von Navicula hat sich etwas Zeit genommen, um mit RØDE ein paar Takte über den Hintergrund der Songs sowie die Erfahrung der Band mit “RØDE Rocks” zu sprechen.
Eure Musik beschäftigt sich vorranging viel mit Umweltschutz und der Natur. Wie reagiert euer indonesisches und internationales Publikum auf diese Themen?
Robi: Die meisten unserer Fans wissen viel zu wenig über den globalen Kollaps, der uns bevorsteht. Mit unserer Musik als Medium, zu dem sie einen Draht haben, hoffen wir sie auf diese Thematik hinweisen zu können.
Unsere aktuelle Kampagne konzentriert sich auf die Abholzung des indonesischen Regenwalds, die bedrohten Tierarten wie dem Sumatra-Tiger und Orang-Utan die Lebensgrundlage zu entziehen droht. Der noch verbleibende indonesische Regenwald befindet sich auf den Inseln Sumatra und Kalimantan (Borneo), während der Großteil der indonesischen Bevölkerung in den Städten der Insel Java wohnt. Momentan touren wir durch Kalimantan und fahren mit Greenpeace-Aktivisten auf Motorrädern durch 2000 Kilometer Jungel, um uns selbst ein Bild vom Raubbau am Regenwald zu machen. In jeder Stadt und jedem Dorf treten wir auf, um die Greenpeace-Kampagne gegen die Abholzung mit unseren Mitteln zu unterstützen. Unsere Fans in Bali und Java haben sich nach unserer Tournee dort online mobilisiert und diskutieren das Regenwaldproblem jetzt mit erstaunlicher Vehemenz. Obwohl wir momentan noch nicht sonderlich viel bewegen, werden wir die Öffentlichkeit weiterhin auf die Dringlichkeit dieses Problems für Indonesien hinweisen. Bis jetzt scheinen uns die Reaktionen Recht zu geben.
Diese Tournee nach Kalimantan wurde über eine Kickstarter-Kampagne (Gruppenfinanzierung) finanziert. Es gab auch viele Beiträge aus dem Ausland. Wir waren gerührt von den zahlreichen Spenden. Es tut gut zu wissen, dass sie nicht nur unsere Musik mögen, sondern auch die Message unserer Texte unterstützen.
Navicula visited Kalimatan (Borneo) recently with Greenpeace, raising awareness of the deforestation in the region
Navicula besuchten unlängst mit Greenpeace Kalimantan (Borneo), um auf die Folgen der Abholzung des Regenwaldes hinzuweisen.
Navicula besitzt mittlerweile auch eine große Anhängerschar auf Facebook und Twitter. Euch gibt es ja schon seit den 1990ern. Hat sich euer Promotion-Ansatz unter Einfluss der sozialen Medien geändert?
Robi: Als Navicula im Jahr 1996 gegründet wurde, nannten uns die Medien “Idealisten” und unsere Musik “beschränkt”. Deshalb waren wir lange Zeit nicht einmal richtige Lokalgrößen – das Fernsehen wollte nicht von uns wissen. Dank der sozialen Medien können wir uns heute direkt an unsere Fans wenden und sind also nicht mehr auf die Unterstützung der Musikindustrie in Jakarta (Indonesiens Hauptstadt und Geschäftszentrum) angewiesen. An unserer Promotion-Philosophie hat sich allerdings nicht viel geändert. Nur geht alles dank der sozialen Medien bedeutend schneller und kostet auch weniger. Für uns zählen vor allem die Wahl der neuen Single und die Rektion. Wofür wir sonst noch stehen, können wir über unsere Musik vermitteln. Denn die Musik ist uns am wichtigsten.
Ihr wart neulich auf dem “Envol et Macadam”-Festival in Kanada. Wie ist es gelaufen? Habt ihr schon oft außerhalb Indonesiens gespielt?
Robi: Der Auftritt in Kanada war das erste internationale Navicula-Konzert. Für uns war es aber kein Kulturschock, wenn du das meinst. Wir wohnen ja auf Bali, und dort hat man oft mit Menschen aus aller Herren Länder zu tun, nicht zuletzt Touristen. Die Festival-Konzerte haben eine Menge Spaß gemacht. Wir haben unsere Setlist mit größter Sorgfalt zusammengestellt und dabei vor alle an die Sprachbarriere gedacht. Schließlich und endlich haben wir aber sowohl englische als auch indonesische Titel gebracht. Das war anscheinend kein Problem, weil das Publikum auch zur Musik mit unverständlichen Texten eine Beziehung aufbauen konnte.
Welche RØDE-Mikrofone habt ihr schon benutzt?
Robi: Für die Aufnahme von Schlagzeug, akustischer Gitarre und Gesang benutzen wir oft Kondensatormikrofone von RØDE. Die hohen Mitten der RØDE-Kondensatormikrofone sind erfreulich detailliert und liefern einen Sound, der perfekt zu unserer Musik passt. Auch im Studio versuche wir, eine Live-Atmosphäre zu schaffen – wir möchten, dass das Publikum auch beim Anhören unserer Songs den Schweiß riecht.
Welcher Aspekt war deiner Meinung nach entscheidend für den Gewinn des Wettbewerbs?
Robi: Wahrscheinlich der Song, “Metropolutan”. Der Text erzählt von den Folgen der Verstädterung und der Umweltverschmutzung. Er wurde von Indonesiens Hauptstadt Jakarta inspiriert. Ich glaube, viele Fans haben sich in dem Song wiedererkannt und deshalb massiv für uns gevotet und auch ihre Bekannten dazu angestachelt.

“Metropolutan”, der Song, mit dem Navicula den “RØDE Rocks”-Wettbewerb gewonnen hat
Welches Jury-Mitglied hat dir am besten gefallen?
Robi: Matt Sorum, weil er unser Video mochte (hahaha). Aber im Ernst: Der erste Song, den ich auf der Gitarre spielen konnte, war “November Rain” der Guns N’ Roses. Ich war damals 13 und hätte mir nie träumen lassen, dass sich Matt Sorum eines Tages einen meiner Songs anhören würde. Ich kann es noch immer nicht fassen…
Auf welchen Aspekt des Preises freust du dich am meisten?
Robi: Na, auf die Aufnahme mit Alain Johannes als Produzent. Navicula hat schon fünf Studioalben eingespielt, aber wir haben noch nie mit einem kreativen Produzenten zusammengearbeitet. Es war zwar jedes Mal ein Produzent dabei, aber keiner hatte die notwendige Erfahrung bzw. den richtigen Bezug zu unserer Musik. Für das neue Material, das kurz vor dem RØDE-Wettbewerb entstand, haben wir uns intensiv mit den Alben der Queens of the Stone Age befasst, weil uns ihr Sound gefällt. Alain war an jenen Alben beteiligt, also freuen wir uns auf die Arbeit mit ihm.
Gibt es Tipps, die ihr anderen RØDE-Anwendern für die Online-Promotion ihrer Musik geben könnt?
Robi: Gebt dem Publikum die Möglichkeit, sich eure Musik anzuhören. Wer seine Songs nicht unbedingt verschenken möchte, kann ja eine Streaming-Lösung einrichten. Die Leute, denen eure Musik gefällt, kaufen sich nicht nur das Album, sondern auch Merchandising und Tickets. Wir haben gelernt, dass es keinen Sinn hat, die Musik nicht ins Netz zu stellen – irgend jemand bietet sie sowieso irgendwann als Raubkopie an. Mit der Veröffentlichung unserer Tracks auf Soundcloud bieten wir eine offizielle Anlaufstelle für unsere Fans, denen wir dann Merchandising oder Eintrittskarten anbieten können.
Auch die Interaktion mit dem Online-Publikum ist wichtig. Promoten alleine reicht nicht. Infos über neue Gigs und Singles werden vorausgesetzt. Wir bemühen uns um unerwartete Beiträge auf Facebook und Twitter, ganz egal, was: Lustige Momente auf einer Tour, das Anpreisen anderer Bands sowie neue Informationen über die Umweltprojekte, um die wir uns kümmern.
Gerade wurde bekannt, dass ihr 2013 auf dem Sydney-Festival spielt. Wie fühlt sich das an? Gibt es etwas, auf dass ihr euch besonders freut?
Robi: Wir freuen uns riesig auf die Auftritte in Sydney. Australien ist ja gar nicht so weit von Bali entfernt. Wir freuen uns auf alle australischen Fans, die uns schon auf Bali gesehen haben. Außerdem hat das Sydney-Festival einen hohen Stellenwert und könnte uns weitere Türen öffnen. Wir hoffen, dass wir auch Naturschutzgruppen treffen und Ihnen von der Abholzung des indonesischen Regenwaldes berichten können. Einer der Hauptgründe für die Rodung sind ja die Palmölplantagen, und Palmöl wird überall auf der Welt benutzt – auch in Australien. Diese Kampagne betrifft daher auch das australische Publikum.
Ende November fliegen Navicula nach LA, wo sie drei Tage lang mit Alain Johannes in den Record Plant-Studios aufnehmen werden. Das war nämlich der Hauptpreis des “RODE Rocks”-Wettbewerbs.
Weitere Hinweise über ihren Auftritt beim Sydney-Festival finden Sie auf der Festival-Website.

News-Archiv


2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009